Die Landesgruppe Bayern/Baden-Württemberg traf sich vom 21. bis 22. November 2025 in Dinkelsbühl.
Auftakt des Landesgruppentreffen war die Führung durch ein 500 Jahre altes Handwerkerhaus. Geführt wurden wir von Andrea Rosenberger und Manfred Sandmeier. Frau Rosenberger und Herr Sandmeier engagieren sich für Initiativen und für den Erhalt historischer Häuser ihrer Stadt Dinkelsbühl. Ihr Engagement begann im Jahr 2012 mit der Instandsetzung des Altstadthauses in der Koppengasse 1. Der Bezirk Mittelfranken prämierte dieses Projekt und weitere sollten folgen.
Das Handwerkerhaus in der Elsasser Gasse 22 feierte im Jahr 2025 500-jähriges Bestehen. Dieses ehrbare Jubiläum konnte nur Aufgrund des Engagements von Frau Rosenberger und Herr Sandmeier gefeiert werden, nötig war eine Rettungsaktion. Jene Rettungsaktion hätte auch in einem Hollywood-Drehbuch stehen können: Die Bagger waren schon angerollt und bereit zum Abreißen des Handwerkerhauses, als die beiden im letzten Moment einen Investor zu einem Verkauf überzeugen konnten und somit das Gebäude vor seiner Zerstörung retteten. Die Stadt hatte zuvor dem Investor eine Abbruchgenehmigung erteilt, begründet wurde dies durch den schlechten baulichen Zustand, welcher wirtschaftlich nicht zumutbar und somit nicht als Denkmal erhalten werden konnte. Aber wie es in Hollywood-Drehbüchern ist, gewinnen eben die Guten. Neben der aufregenden Geschichte die dieses Projekt begleitet ist das Haus als solches ein hervorragendes Beispiel für die Restaurierung denkmalgeschützter Gebäude. Im Rahmen eines „Vorprojekts“ wurden zu Beginn die Schäden kartiert, die Baugeschichte erforscht, ein Baualtersplan erstellt und ein passendes Nutzungskonzept erarbeitet. Im Frühjahr 2021 konnte das Projekt zielgerichtet starten. Schwerpunkt war der größtmögliche Erhalt des Denkmals. Die grundlegende statische Ertüchtigung hatte höchste Priorität. Bei den energetischen Verbesserungsmaßnahmen setzten sie konsequent auf ökologische Materialien. Abschließend verfügt das Handwerkerhaus über eine circa 130 m² große Wohnung sowie einer kleinen Laden- bzw. Büroeinheit von 45 m², zur Vermietung. Ergänzend zu diesem Gebäude besichtigten wir das Haus Lange Gasse 19 in Dinkelsbühl. Dieses Gebäude befand sich während unserer Besichtigung noch im geräumten Bergezustand.
Weitere Programmprunkte waren das gemeinschaftliche Abendessen zu dem traditionell die Landesgruppe einlädt, sowie die Mitgliederversammlung, welche am nächsten Tag erfolgte. Diese fand in den Räumen des Vereins ProAltstadt Dinkelsbühl e.V.
Der nächste große Programmpunkt war die Führung durch das Münster St. Georg in Dinkelsbühl mit Matthias Schreiber (Mesner des Münsters) und Reinhold Herbst (Kollege und Restaurator im Steinmetzhandwerk). Die römisch-katholische Stadtpfarrkirche St. Georg in Dinkelsbühl ist eine spätgotische Hallenkirche und liegt inmitten der Stadt. Dieses imposante Gebäude war eine hervorragende Kontrastierung des zuvor besuchten Handwerkerhauses. Die Führung war sehr spannend und aufschlussreich auch durch unsere beiden Referenten.
An dieser Stelle möchte ich als Landesgruppensprecher meinen Dank an alle Personen richten, die dieses Landesgruppentreffen durch ihr Engagement und Wissen ermöglicht haben.
Das nächste Treffen der Landesgruppe Bayern/Baden-Württemberg ist voraussichtlich im Frühjahr 2026 in Stuttgart.
