Landesgruppentreffen vom 17. – 18.04.2026 in Stuttgart

Landesgruppe Bayern / Baden-Württemberg

Das Frühjahrstreffen der Landesgruppe fand dieses Jahr in Stuttgart statt.

Mitglieder des RiH und Mitglieder des VDR trafen sich am Freitag in der Markuskirche (www.markus-haigst.de ) im Stuttgarter Süden.

Die Kirche wurde von dem Architekten Heinrich Dolmetsch geplant und umgesetzt und 1908 in Anwesenheit von König Wilhelm II eingeweiht. Es handelt sich um eine der ersten Sakralbauten Europas, erster in Deutschland welche konsequent in Eisenbetonkonstruktion (weltweit erster Kirchturm, Stützen, Chor- und Emporenbereich und Gewölbe) ausgeführt wurde. Die Vorteile der Konstruktion besteht durch die hohe Belastbarkeit, Witterungsbeständigkeit, Brandsicherheit.

Der Kirchenbau besteht aus verputztem Mauerwerk, die Fenster- und Türeinfassungen sind aus Sandstein.

Die Baustile setzen sich aus romanischen Elementen (überwiegend Außen), Renaissance (Decke) und Jugenstil (Ausstattung) zusammen.

Frau Schöllhammer führte uns durch die Kirche wies auf die Details und die Veränderungen im Laufe der Geschichte der Kirche hin, manche bestiegen den Kirchturm und genossen die schöne Aussicht.

Bereits nach dem ersten Weltkrieg war man unzufrieden mit der vermeintlich zu reich geschmückten Kirche und entfernte manche Ausstattungsdetails.

Bekanntheit erlangte die Markuskirche durch eine Predigt Martin Niemöllers im Oktober 1945 aus der das Stuttgarter Schuldbekenntnis hervorging.

Danach konnten wir uns bei warmen und kalten Getränken sowie Brezeln und Hefekranz stärken.

Im Anschluss stellte Michael Schrem Steinmetzmeister der AeDis AG für Planung, Restaurierung und Denkmalpflege www.aedis-denkmal.de die Firma und die Arbeiten an der Kirche vor.

Martial Herbst, Metallgestalter (www.martialherbst.de) berichtete über die komplexe Restaurierung des Markuslöwen (westlicher Dachreiter)

Nach den Ausführungen von Martial Herbst schauten wir uns die Hauptstätterstr. 150 „ die letzte Kriegsruine“ an und diskutierten kontrovers mit Michael Schrem, AeDis AG über die Konservierung der Notinstandsetzung aus den 40er Jahren.

Am Abend trafen wir uns in der Waldgaststätte Mähderklinge in Stuttgart-Feuerbach. Schon traditionell hat die Landesgruppe die Teilnehmer des Tages eingeladen. Bei Essen und Trinken ließen wir den Tag ausklingen.

Unsere Mitgliederversammlung fand am darauffolgenden Vormittag ebenfalls in der Waldgaststätte Mähderklinge statt.

Im Anschluß trafen wir uns zum Rundgang durch das Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier mit anschließender Besichtigung der Weissenhofsiedlung. Unsere Führerin gab uns interessante Einblicke zur Entstehungsgeschichte und die Beweggründe zur Konzeption der Siedlung.

Die Weissenhofsiedlung entstand 1927 im Rahmen der Bauaustellung „Die Wohnung“ organisiert vom Deutschen Werkbund.

17 internationale Architekten unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe, präsentierten 33 innovative und zukunftsgerichtete Entwürfe für modernes, gesundes, erschwingliches und funktionales Wohnen, Unter den Beteiligten sind Architekturgrößen wie Walter Gropius, Hans Scharoun und Le Corbusier.

Seit 2016 gehört das Doppelhaus und das Einfamilienhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret mit ihrem Entwurf des „transformablen Hauses“ zum UNESCO Weltkulturerbe.

Unweit der Werkbundsiedlung auf dem Weissenhof lässt die 1933 im Stil der neuen Sachlichkeit erbaute mehrfach überformte Brenzkirche (www.brenzkirche-stuttgart.)de äußerlich kaum mehr etwas von ihrer ursprünglichen modernen Geisteshaltung erahnen. Herr Fischer Pfarrer i. R. vom Förderverein Brenzkirche berichtete uns  über die bereits begonnen Rück- und Umbauarbeiten, des von den Nazis überformten Baues. Die Neugestaltung des offiziellen Projektes der IBA´27 (Internationale Bauausstellung) (www.iba27.)de macht charakteristische Elemente des Ursprungsgebäudes wie bspw. die Rundung zum Straßenraum, Fensterbänder, Flachdächer wieder sichtbar.

Nach einem Spaziergang bei bestem Wetter durch den Höhenpark Killesberg fand der Abschluss unseres Landesgruppentreffens im Restaurant Weinstube Killesberg mit schwäbischen Spezialitäten statt.

Joachim Blessing