Aktuelles

22. April 2022

Brief und Stellungnahme des VRH – Verband der Restauratoren im Handwerk e.V.

Bitte um Ausnahmeregelung für die Verwendung von Blei an Kunst- und Kulturgut, bezogen auf die vorgeschlagene EU-Verordnung[REACH Anhang XIV, EG-Nummer 231-100-4]

 

Frau

Mariya Gabriel

Directorate-General for Education and Culture European Commission

1049 Bruxelles/Brussel Belgium

Schloss Raesleld, 29.04.2022

Sehr geehrte Frau Gabriel,

das Material Blei ist Bestandteil von Kunst- und Kulturgut fast aller Epochen und Gattungen, insbesondere des Industriellen Kulturguts, kunsthandwerklicher Objekte, Metallskulpturen, Musikinstrumenten, historischen Gebäuden, archäologischen Objekten oder Glasmalerei.

In künstlerischer oder funktionaler Verwendung begegnen wir Blei beispielsweise als gegossene Bleifiguren oder -skulpturen, Wuchtgewichte im technischen Kulturgut oder bei Tasteninstrumenten, Orgelpfeifen, historischer Munition und Waffen, als Bleiverglasungen von Glasfenstern, in der Architektur als Walzblei im Dach- und Fassadenbereich, als Rohre und Leitungen oder Bleiverstemmungen im Stein. Bleiverbindungen sind auch als Pigmente in historischen Korrosionsschuaanstrichen, Farbfassungen von Gemälden, Skulpturen und Möbeln enthalten, ebenso in bleihaltigen Keramikglasuren, Emails oder Bleikristallglas.

Restauratoren im Handwerk sind gemeinsam mit anderen Fachexperten für den Schutz und Erhalt dieser Objekte und Werke  des kulturellen Erbes tätig – als erfahrbare Zeugnisse unserer Geschichte und für die langfristige Nutzung, für Forschung und Wissensvermittlung. Wir stehen dabei auf dem Fundament praktischer handwerklicher Kenntnisse, erweitert durch die Beherrschung historischer Handwerkstechniken und verbunden mit geisteswissenschaftlichen Aspekten. Unsere Aufgaben sind Bestandsaufnahme, Untersuchung, Entwicklung und Planung von Maßnahmen für den Erhalt, Restaurierung, Konservierung und Dokumentation von Kulturgut.

Ohne Blei können wichtige Bereiche unsere Arbeit in der Denkmalpflege nicht mehr ausgeführt werden. Darüber hinaus ist dieses Material für den Fortbestand des Wissens um historische Techniken und für deren Rekonstruktionen unverzichtbar.

Die Toxizität von Blei und seinen Korrosionsprodukten ist sehr gut bekannt und seine Gesundheitsrisiken werden in der Branche professionell gehandhabt. Die Verwendung von Absauganlagen, geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und regelmäßige Bluttests im Rahmen ausformulierter Betriebsanweisungen sorgen für einen kontrollierten Umgang mit dem Gefahrstoff und minimieren das gesundheitliche Risiko.

Wir fordern die ECHA und die Europäische Kommission nachdrücklich dazu auf, die Verwendung von Blei bei der Herstellung, Erhaltung, Lagerung, Transport und Präsentation von Kunst- und Kulturgut von dem vorgeschlagenen Verbot auszunehmen. Ein solches Verbot würde nicht nur den Erhalt und die Präsentation dieser Werke in Museen, Archiven, Sammlungen, Kirchen und öffentlichen Gebäuden erschweren, sondern auch den Lebensunterhalt der Restauratoren im Handwerk, die für den Erhalt unseres bedeutenden Kulturerbes in Europa arbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Schmäh

– Vorsitzender –

 

Der Vorstand:

Sebastian Schmah (Vorsitzender)                        

Doris Arndt (stellv. Vorsitzende)

Hans-Georg Gathmann

Sebastian Luib

Hermann Klos       

Vereinsregister Amtsgericht Coesfeld Eintragungsnr. VR 7617  

Geschäftsführer: Eckard Zurheide   Schloss Raesfeld   Freiheit 27   46348 Raesfeld

Die Mitgliedsvereine

info@fachgruppe-rih.de

Info@restauratoren-verband.de

info@restaurator-im-handwerk.de

15. März 2022

Entwurf eines Gesetzes zur Neufassung für ein nordrhein-westfälisches Denkmalschutzgesetz vom 2. März 2021, Vorlage 17/4761

 

Brief und Stellungnahme des Restaurator im Handwerk e.V.

an den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst

 

 

Herrn Hendrik Wüst

Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

Horionplatz 1

40190 Düsseldorf

 

Langenbach, 15.03.2022

 

Dritter Entwurf eines Gesetzes zur Neufassung für ein nordrhein-westfälisches Denkmalschutzgesetz

 

Sehr geehrte Herr Ministerpräsident Wüst,

wir wenden uns heute an Sie, weil wir für den Fall der gesetzlichen Festschreibung einzelner Teile des

o.g. Entwurfes eine grundlegende Verschlechterung der bisherigen denkmalschützerischen Praxis sehen. Wir sind die Restauratoren im Handwerk e.V., also verschiedenste berufliche Richtungen des Handwerks, die sich auf den Erhalt von Denkmalen spezialisiert und qualifiziert haben.

Restaurator im Handwerk ist eine zusätzliche Qualifikation, die den Schutz historischer Bausubstanz und historischer Objekte hervorhebt und als besonders wichtiges Ziel ansieht. Historische Bausubstanz erhält unsere Identität, bewahrt Geschichte aus der wir vor allem auch viel lernen können.

Als bundesweiter Verband müssen wir uns gegen diesen Gesetzentwurf einsetzen. Sollte es in Kraft tre- ten und durch die, in den Vordergrund gestellte -vermeintliche- Gewinnmaximierung von Immobilien Er- folg haben, dann sind wir wahrscheinlich zukünftig auch in anderen Bundesländern von der Abschaffung eines bis dato relativ vernünftigen Umgangs mit den Denkmalen betroffen.

In §1 (1) des Entwurfs wird die Nutzbarmachung von geschützten Denkmalen ausdrücklich herausge- stellt. Wir finden, das widerspricht sich nicht zwingend, aber es hier im Gesetz derart festzuschreiben ist ein falsches Zeichen und ein Freifahrtschein an Laien und alle nicht professionell im Denkmalbereich Täti- gen! Dazu kommt noch, dass Untere Denkmalschutzbehörden (UDB) oft nicht die nötige Qualifikation haben und i.d.R. massiv unterbesetzt sind. Nach dem neuen Entwurf dürfen sie selbst entscheiden was mit einem Denkmal geschieht. Wie wird also zukünftig der Umgang sein mit leerstehenden großen Im- mobilien bzw. Gebäuden, wie z.B. technische Anlagen, Fabriken, Scheunen, ganze Ensemble von z.B. Krankenhausanlagen, Fachwerkhäuser etc. um nur einige zu nennen? Vermutlich werden viele vom Ab- riss bedroht sein. Das wiederum schadet dem Land und dem Tourismus von NRW.

In der Praxis wollen Architekt*innen und Planer*innen, die in der Denkmalpflege weniger bewandert sind, ein Bauobjekt für den gestalterischen Umgang gerne komplett aushöhlen und entkernen. Wände werden undokumentiert herausgerissen und Fachwerkbauten komplett entkernt etc. Mit solchem Vor- gehen verlieren wir sämtliche Bausubstanz. Ganz zu schweigen davon, dass dies nicht klimafreundlich und ressourcenschonend ist, wird trotzdem immer wieder damit argumentiert, der Erhalt des Alten würde sich nicht lohnen. Dem müssen wir schon aus Gründen des Klimawandels entgegentreten (Euro- pean Green Deal). Zudem verlieren wir Restaurator*innen zunehmend und unwiederbringlich unsere Handwerksgeschichte. Das wiederum schadet allen am Bau Beteiligten, weil damit auch Fachwissen ver- loren geht.

Wussten Sie, dass wir anhand von früher verbautem Lehm erfahren können, welches Korn zur Bauzeit angebaut wurde und welche Tiere gehalten wurden?

Nach dem neuen Gesetz sollen die UDB´s eigenständig über Umbauten und Abrisse entscheiden dürfen. Sie müssten sich mit den Fachbehörden des Landschaftsverbands nicht mehr ins Benehmen setzen. Wir wissen aus der Praxis, dass in den Gemeinden und Städten wirtschaftliche Interessen Zwänge und Druck erzeugen, die Abrisse begünstigen. Wir sorgen uns deswegen um den Erhalt der Denkmale und unserer Geschichtszeugnisse. Sie sind unser kulturelles Erbe. Wir befürchten das sich das Land NRW mit dem neuen Gesetzentwurf selbst schadet. Die Ansicht unserer Städte und Gemeinden wird leiden, das wird auch dem Tourismus schaden. Nicht zuletzt sind der Verlust von Arbeitsplätzen und der Kompetenzver- lust des Handwerks zu befürchten.

So bitten wir Sie, durch den Verzicht auf eine derartige Gesetzesänderung für den Fortbestand eines Denkmalschutzes Sorge zu tragen, der diesen Namen verdient!

 

Mit freundlichen Grüßen

Heike Notz

1. Vorsitzende Restaurator im Handwerk e.V.

Vorstandsmitglied des Verbandes der Restauratoren im Handwerk e.V.

 

AIV-Schinkel-Wettbewerb 2022 „Ressource Rüdersdorf – neu aufgemischt“: Preisträger*innen stehen fest

Elf Arbeiten junger Planer*innen mit Ideen für das Areal der ehemaligen Futterphosphatfabrik ausgezeichnet

Schinkel-Fest dieses Jahr am 26. August 

Berlin, 4. März 2022 – Die Preisträger*innen des 167. AIV-Schinkel-Wettbewerbes stehen fest. Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) rief diesmal mit dem Förderwettbewerb dazu auf, neue Ideen für das Areal der ehemaligen Futterphosphatfabrik unter dem Titel „Ressource Rüdersdorf – neu aufgemischt“ zu finden.

Die Aufgabenstellungen für die Teilnehmer*innen wurden in den Fachsparten Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung und Freie Kunst bearbeitet. Der Schinkel-Wettbewerb zählt zu den bekanntesten und ältesten deutschen Nachwuchspreisen. Insgesamt wurden in diesem Jahr Preisgelder in Höhe von 28.700 Euro vergeben.

Unseren gestifteter Sonderpreis Denkmal und Handwerk in der Fachsparte Architektur geht an:

ruins stage
ein 3. Diesing-Preis gestiftet von der Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung + Sonderpreis Denkmal und Handwerk gestiftet vom Verein Restaurator im Handwerk e.V.
Thomas Obmann (Hochschule Darmstadt) 

Gesche Gerber und Ernst-Wolf Abée, Vorsitzende des AIV-Schinkel-Ausschusses: „Schon im letzten Jahr hatten wir eine hohe Qualität der Arbeiten zu verzeichnen. In diesem Jahr wurde diese nochmal übertroffen. An der Bearbeitungstiefe der eingereichten Arbeiten konnten wir erkennen, dass viele Teilnehmer*innen sich interdisziplinär zusammengeschlossen und die Aufgaben mehrerer Sparten bearbeitet haben. Auch die Auszeichnung dieser Kooperationsarbeiten erfolgte spartenübergreifend. Damit zeigte sich, dass unsere Idee zur Förderung von Kooperationen verschiedener Disziplinen von Studierenden und Absolventen gerne aufgegriffen wurde.“

Sabine Löser, Bürgermeisterin von Rüdersdorf, war Mitglied des Preisgerichts. Ihre Begeisterung für die Arbeiten zeigte sie unter anderem mit ihrer spontanen Bereitstellung einer Anerkennungsprämie für eine der Arbeiten.

Neben den traditionsreichen Schinkelpreisen werden in jedem Jahr viele weitere Auszeichnungen vergeben, neu in diesem Jahr der Sonderpreis Städtebau gestiftet von der BAUWENS-Gruppe und nach einer Pause der Sonderpreis Kunst gestiftet von der Hans und Charlotte Krull Stiftung.

In den verschiedenen Fachsparten waren unterschiedliche Aufgabenstellungen zu lösen: Ein „Zukunftslabor für neue Wohn- und Arbeitsformen“ wurde im Städtebau gefordert. In der Landschaftsarchitektur sollte Freizeit und Naherholung mit Kunst und Kultur, aber auch mit Natur- und Klimaschutz verbunden werden. Als Architekturentwurf war ein Vorschlag für einen „Kultur-Reaktor“ als Keimzelle des neuen Kreativquartiers gefragt und für die Ingenieure war eine neue Seilbahn zu konstruieren, die das neue Quartier mit dem Rüdersdorfer Ortskern verbindet und den Tagebau mit 1.000 Metern überspannt.

Eingegangen waren insgesamt 123 Beiträge von jungen Planer*innen, von denen elf Arbeiten ausgezeichnet wurden. Gerber und Abée: „Die beiden Schinkelpreise der Architektur und des Städtebaus zeigen die Vielseitigkeit der eingereichten Arbeiten. Die Städtebau-Jury zeichnete eine in allen Maßstäben überzeugend formulierte Arbeit aus. Die Architektur-Jury vergab den Preis an eine poetische Utopie: die green machine baut die Industrieruinen zu einem natürlichen Habitat um, aus dem der Mensch sich vollständig zurückgezogen hat.“

Das große Schinkel-Fest wird dieses Jahr am 26. August stattfinden, bei dem die Preisträger*innen gewürdigt werden. Das Fest wird in Rüdersdorf stattfinden.

Übersicht Preisträger*innen AIV-Schinkel-Wettbewerb:

Fachsparte Architektur:
green machine
Schinkelpreis
Flo Berrar (Akademie der bildenden Künste, Wien), Johannes Anselmann (HfT Stuttgart)

Alles Bleibt Anders
1. Diesing-Preis gestiftet von der Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung + Sonderpreis Brandenburg gestiftet vom Brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL)
Niels Striby, Merve Simsek, Helene Merkle, Thomas Ederer (Karlsruher Institut für Technologie)

Zukunftsfabrik
2. Diesing-Preis gestiftet von der Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung + Anerkennungsprämie der Gemeinde und WBG Rüdersdorf
Ing-Kerrin Ziegler, Katrina Westphal (Hafencity Universität Hamburg)

cadavre /// ressuscité
ein 3. Diesing-Preis gestiftet von der Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung
Dario Kraus (Hochschule Bochum)

ruins stage
ein 3. Diesing-Preis gestiftet von der Karl-Friedrich-Schinkel-Stiftung + Sonderpreis Denkmal und Handwerk gestiftet vom Verein Restaurator Im Handwerk
Thomas Obmann (Hochschule Darmstadt)

Fachsparte Städtebau:
Klimadienst
Schinkelpreis
Jan Tondera, Daniel Klaus, Chris Philipp (Hochschule für Technik, Stuttgart)

Bauhausdorf
Sonderpreis Städtebau gestiftet von der BAUWENS-Gruppe
Paul Uffrecht, Tim Machau (TU Dresden)

Fachsparte Landschaftsarchitektur:
subsTanz
Schinkelpreis + Reisestipendium der Hans-Joachim-Pysall-Stiftung
Wen Chen, Julia Theis (Leibniz Universität Hannover)

Fachsparte Konstruktiver Ingenieurbau:
creation hub
Sonderpreis für herausragende Ingenieurleistung gestiftet von der Berliner Baukammer
Peer Röder, Milena Louisa Müller, Philip Mein (Hochschule Wismar)

schwebend leicht
Sonderpeis für Kooperation gestiftet vom VBI (Verband Beratender Ingenieure)
Fabian Gutheil, Zhanat Keneeva, Keanu Schwenke, Tom Witry (TU Berlin)

Fachsparte Freie Kunst:
Vagabund
Sonderpreis Kunst gestiftet von der Hans und Charlotte Krull Stiftung
Jakob Ketzel (UdK Berlin)

Weitere Informationen zum AIV-Schinkel-Wettbewerb:
Seit 1855 richtet sich der AIV-Schinkel-Wettbewerb als Förder- und Ideenwettbewerb jährlich an junge Planer*innen, um deren Kreativität für die Lösung zukunftsorientierter Planungsaufgaben zu wecken. Neben der Förderung des technisch-wissenschaftlichen Nachwuchses initiiert der Wettbewerb einen Dialog zwischen Stadtöffentlichkeit, Fachleuten, Verwaltung und Politik. Er zielt darauf ab, Interesse für ein Gebiet zu wecken, Sensibilität im Umgang mit dem Bestand zu entwickeln, die Bedeutung für die Umgebung aufzuzeigen und somit zur Qualifizierung der Aufgabenstellung einer formellen Planung beizutragen. In diesem Sinne ist der Wettbewerb darauf ausgerichtet, eine Beziehung der breiten Öffentlichkeit zum Planungsgebiet zu generieren und sie für die Gestaltung der öffentlichen Räume zu gewinnen. Aufgrund seiner Unabhängigkeit gelingt es dem AIV-Schinkel-Wettbewerb damit, Anregungen in laufende Planungen einzubringen. www.aiv-berlin-brandenburg.de/aiv-schinkel-wettbewerb

Weitere Informationen zum Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV):
Der AIV hat das Ziel, die Berliner und Brandenburger Baukultur zu fördern. Seine wichtigste Aufgabe sieht der traditionsreiche und älteste noch bestehende Verein Berlins somit darin, Stellung zu aktuellen Planungsvorgängen zu beziehen. Er nimmt damit Einfluss auf die Entwicklungen in wichtigen Bereichen der Metropolregion. Der AIV analysiert und kommentiert Etappen und Projekte; er stellt Diskussionsansätze für die zukünftige Stadt- und Metropolentwicklung vor und ist somit ein kritischer Begleiter der Bau- und Kulturgeschichte Berlins und Brandenburgs. www.aiv-berlin-brandenburg.de, aktuelle Informationen über Twitter @AivBerlin.

Pressekontakt:
Martina Rozok
Pressesprecherin
Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.
M +49 170 23 55 988
kommunikation@aiv-berlin.de
www.aiv-berlin-brandenburg.de

22. Februar 2022

Entwurf eines Gesetzes zur Neufassung für ein nordrhein-westfälisches Denkmalschutzgesetz vom 2. März 2021, Vorlage 17/4761

 

Brief und Stellungnahme des Restaurator im Handwerk e.V.

an Ministerin Ina Scharrenbach, Ministerium für Heimat, Kommunales,Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen

Frau Ministerin

Ina Scharrenbach

Ministerium für Heimat, Kommunales,Bau und Gleichstellung
des Landes Nordrhein-Westfalen
Jürgensplatz 1
40219 Düsseldorf

 

Langenbach, 22.02.2022

 

Entwurf eines Gesetzes zur Neufassung für ein nordrhein-westfälisches
Denkmalschutzgesetz vom 2. März 2021, Vorlage 17/4761

 

Sehr geehrte Frau Ministerin Scharrenbach,

wir wenden uns heute an Sie, weil wir für den Fall der gesetzlichen Festschreibung einzelner Teile des o.g. Entwurfes eine grundlegende Verschlechterung der bisherigen denkmalschützerischen Praxis sehen.

Zwei zentrale Punkte sprechen wir hier an: zum einen die massive Reduzierung der Expertise Unterer Denkmalbehörden durch die ersatzlose Streichung der bisherigen Benehmensherstellung mit den Fachämtern, zum anderen die den Entwurf durchziehende Tendenz, um nicht zu sagen Grundhaltung, Belange der Eigentümer bei Differenzen mit denkmalschützerischen Belangen, die Verfassungsrang haben, jetzt höher und entscheidungsrelevanter zu stellen. Betroffen wären von den negativen Auswirkungen dieser Umgewichtungin besonderem Maßen die in der Regel vor Ort ansässigen und mit der Umsetzung der beschlossenen Denkmalschutzarbeiten beauftragten Handwerksfirmen.

Wir halten dies schlichtweg für fatal, da es durch den Widerspruch zu Aufgabe und Funktion von Denkmalschutz dessen Wegfall bedeuten würde.

So bitten wir Sie, durch den Verzicht auf eine derartige Gesetzesänderung für den Fortbestand eines Denkmalschutzes Sorge zu tragen, der diesen Namen verdient!

Mit freundlichen Grüßen

Heike Notz

1.Vorsitzende

Restauratoren*innen im Handwerk e.V.

Pressemitteilung

Stuttgart, im Oktober 2021

 

Vorstandswechsel im Restaurator im Handwerk e.V.

Heike Notz wurde zur neuen 1. Vorsitzenden gewählt

Die Mitgliederversammlung des Vereins der Restauratoren im Handwerk hat Heike Notz zur neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Sie folgt damit Bernd Jäger, der nach neun Jahren Präsidentschaft nicht erneut kandidierte.

Heike Notz wurde 1966 in Berlin geboren, ist Tischlergesellin, Zimmermeisterin, Restauratorin im Zimmerhandwerk und Gebäudeenergieberaterin.

Nach der Lehre begab sie sich aufeine fast dreijährige traditionelle Wanderschaft, wobei sich ihre Interessen verstärkt der Zimmerei und den historischen Gebäudenzuwendeten. Nach vollendeter Meisterprüfung gründete sie ein Zimmereikollektiv mit, das im Weserbergland vor allem Fachwerksanierungen durchführte.Über zehn Jahre war Sie dort Gesellschafterin und Geschäftsführerin. Den Titel zur Restauratorin im Zimmerhandwerk erlangte sie 2007 auf Schloss Raesfeld.

2008-2011 arbeitete sie beim Monumentendienst als Inspektorin für Denkmäler und historische Bausubstanz.

Ihre Arbeit im Freilichtmuseum Hessenpark begann sie 2012, wo sie heute in der Stabsstelle Bauwesen Sanierungen, unter anderem die Um- und Aufbauten begleitet. Sie ist Mitinitiatorin des Hessischen Denkmalgesprächs und engagiert sich in der baulichen Hausforschung.2021 machte sie die Fortbildung zur Gebäudeenergieberaterin.

Seit 2010 ist sie aktives Mitglied im Verein RIH, ebenso in der Raesfelder Fachgruppe der Restauratoren im Handwerk sowie der AG der Restauratoren der Propstei Johannesberg.

Weiterhin wurden in den Vorstand gewählt:

Hermann Klos (2. Vorsitzender)

Irmela Wrede (Vorstand Landesgruppen)

Frank Mauer   (Vorstand Fachbereiche)

Hermann Klos und Frank Mauer sind bereits seit mehreren Jahren Vorstandsmitglieder.

Irmela Wrede wurde neu in den Vorstand gewählt. Sie leitet bereits als Sprecherin die

Landesgruppe Nord und bringt nun ihre Erfahrung aus der Landesgruppenarbeit in den Vorstand ein.

Kontakt:

Restaurator im Handwerk e.V.

Thomas Büscher

Jakob-Kraus-Str. 57

70469 Stuttgart

Email:t.buescher@restaurator-im-handwerk.de

An die Mitglieder
Restaurator im Handwerk e.V.

Stuttgart, den 17. Juli 2021

Einladung zum Bundestreffen 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zu unserem Bundestreffen 2021, das in diesem Jahr von der Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland organisiert wird, laden wir Sie sehr herzlich ein.

Wir treffen uns vom 8. – 10. Oktober 2021 in Kaub am Rhein.

Im “UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal” reihen sich Burg an Burg und Weinberg an Weinberg!

Folgender Ablauf ist geplant:

Ankunft am Freitagnachmittag, zum geselligen Warm-Up, mit Spaß und Auffrischen der lange nicht mehr gesehenen Bekanntschaften. Freitagabend gemeinsames Abendessen mit Programm in den Kellergewölben der Jugendherberge.

Am Samstagvormittag treffen wir uns zur Jahreshauptversammlung mit den Vorstandsberichten, Vorstandswahlen und Berichten aus den Landesgruppen.

Am Nachmittag besuchen wir die Zementfliesenfabrik VIA.
Anschließend unternehmen wir eine informative und gesellige Schifffahrt auf dem Rhein. Die Landeskonservatorin von Rheinland-Pfalz, Frau Dr. Roswitha Kaiser, begleitet uns mit vielen interessanten und kurzweiligen Informationen rund um das „Welterbe Oberes Mittelrheintal“.

Am Sonntag Abreise oder wer möchte, lässt das Wochenende mit einen kleinen Stadtspaziergang durch Kaub ausklingen.

Rückfragen bitte an die Landesgruppensprecherin
Linda Wadewitz (l.wadewitz@restaurator-im-handwerk.de)
oder an Björn Toelstede (info@denkmalberater.de).

Wir laden alle Mitglieder recht herzlich ein und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Herzliche Grüße
Eure Landesgruppe
Hessen/ Rheinland-Pfalz/Saarland

Pressemitteilung 166

Donnerstag, 20. Mai 2021
Rekordsumme für Denkmalschutz-
Sonderprogramm – Kulturstaatsministerin Grütters:

„Kulturelles Erbe hat herausragende Bedeutung für unsere Identität“
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Die Bundesregierung gibt in diesem Jahr die Rekordsumme von rund 70
Millionen Euro für das Denkmalschutz-Sonderprogramm. Damit ist der Weg
frei für dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen an zahlreichen
kulturell bedeutsamen Denkmälern und historischen Orgeln überall in
Deutschland. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat das
Denkmalschutz-Sonderprogramm 2021 am 19. Mai freigegeben.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagt dazu: „Wir setzen ein starkes
Zeichen für Deutschlands kulturelles Erbe. Kulturdenkmäler und historische
Orgeln haben eine herausragende Bedeutung für unsere Identität. Sie sind
uns als Vermächtnis anvertraut, das es zu schützen und bewahren gilt. Mein
Dank gilt dem Haushaltsausschuss des Bundestags, der durch seine gestrige
Entscheidung dem Bund erneut ermöglicht, gemeinsam mit Ländern,
Kommunen und privaten Trägern eine Vielzahl bedeutender
Kulturdenkmäler und Orgeln für künftige Generationen zu erhalten.“

Mit den Denkmalschutz-Sonderprogrammen wurden bis 2020 bereits
insgesamt 330 Millionen Euro investiert. Die Bundesmittel werden dabei in
gleicher Höhe durch Länder, Kommunen, Eigentümerinnen und Eigentümer
sowie durch bürgerschaftliches Engagement ergänzt. Denkmalschutz-Mittel
in dieser Größenordnung sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie
kommen vor allem kleinen und mittelständischen Bau- und
Handwerksbetrieben in der Denkmalpflege zugute.

Zu den 2021 geförderten Projekten gehören zum Beispiel die Stumm-Orgel
in der Pfarrkirche Sankt Martin in Lahnstein (RP), der Dom zu Wetzlar (HE),
das ehemalige Schwarze Casino der Blaufarbenfabrik in Zschorlau (SN), oder
die Schleppdampfer TIGER + CLAUS D in Hamburg.